Farbsehschwäche und Farbenblindheit

 

Farbenblindheit und Rot-Grün-Schwäche sind weit verbreitete Farbsinnstörungen.

Welche Farbsehstörungen gibt es, wie erkennt man sie?

 

Fünf Sinne haben die Menschen, um die Welt wahrzunehmen und sich darin zurechtzufinden. Mit Abstand am wichtigsten ist dabei das Sehen. Denn 90 Prozent der Informationen über unsere Umgebung nehmen wir übers Auge wahr (Hören 5%, Tasten 2%, Schmecken 2%, Riechen 1%).

Aber Farben werden leider nicht von allen Menschen ähnlich intensiv wahrgenommen: Farbenblindheit und Rot-Grün-Schwäche sind weit verbreitete Farbsinnstörungen. Oft auch unbemerkt von den Betroffenen. Dabei gibt ein Test für Farbenblindheit oder Rot-Grün-Sehschwäche schnell Aufschluss.

Man unterscheidet zwischen Farbsehschwächen, partieller Farbenblindheit und totaler Farbenblindheit – je nach Ursache und Ausprägung der Farbsinnstörung. Farbsinnstörungen können sowohl angeboren sein als auch im Laufe des Lebens erworben werden. Manche treten beispielsweise als Folge einer Augenkrankheit auf, etwa durch eine sogenannte Makula-Degeneration. Bestimmte, über einen längeren Zeitraum eingenommene Medikamente oder Erkrankungen, bei denen der Sehnerv in Mitleidenschaft gezogen wird, sind ebenfalls für die Entstehung von Farbenfehlsichtigkeiten verantwortlich. Hierzu zählt zum Beispiel eine Optikusatrophie, also ein Schwund der Sehzellen im Sehnerv. Dieser kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, etwa durch eine Entzündung des Sehnervs, erhöhten Hirndruck oder eine Alkoholvergiftung. Auch altersbedingte Trübungen der Augenlinse und Veränderungen im Gehirn führen zu einer Verschlechterung unseres Farbsehvermögens.

Angeborene Störungen des Farbensehens fallen Betroffenen oft erst spät auf – etwa zufällig im Gespräch mit Normalsichtigen, wenn Abweichungen in der Wahrnehmung festgestellt werden („Für mich sieht das eher nach Blau aus…“) oder bei Tätigkeiten, die eine präzise Einordnung von Farben erfordern.

Wie Farbenblindheit und Farbsehschwäche entsteht

 

Die Netzhaut des menschlichen Auges besteht aus zwei Arten von Sinneszellen: Stäbchen und Zapfen. Stäbchen lassen uns hauptsächlich Hell-Dunkel-Kontraste wahrnehmen, Zapfen sind für das Farbsehen zuständig. Normalsichtige Menschen verfügen über drei verschiedene Typen von Zapfen, jeder ist für einen bestimmten Farbbereich verantwortlich: L-Zapfen für Rot, S-Zapfen für Blau und M-Zapfen für Grün. L, S und M stehen für den jeweils abgedeckten Bereich des Farbspektrums: „L“ für „long wavelength receptor“, also für lange Wellenlängen, „S“ („short“) für kurze Wellenlängen und „M“ für mittlere Wellenlängen. Je nach Wellenlänge des einfallenden Lichts werden die Farbpigmente in den Zapfen gereizt, lösen so verschiedene Farbempfindungen im Gehirn aus. Funktioniert ein Zapfen-Typ nicht richtig oder fällt aus, kommt es zur Beeinträchtigung des Farbsehvermögens, etwa einer Farbsehschwäche oder Farbenblindheit. Zapfen sind übrigens nur bei gewisser Helligkeit aktiv, bei Dunkelheit übernehmen die auf Hell-Dunkel-Kontraste beschränkten Stäbchen.

Image

Menschen mit einer Farbsehschwäche nehmen manche Farbtöne nur eingeschränkt wahr, da ein Teil ihrer Rezeptoren – die Zapfen – fehlerhaft arbeitet. Es gibt verschiedene Arten von Farbsehschwächen. Die häufigste ist die Rot-Grün-Sehschwäche, die im Volksmund oft mit Rot-Grün-Blindheit oder Farbenblindheit verwechselt wird. Männer sind mit neun Prozent deutlich öfter betroffen als Frauen mit lediglich einem Prozent. Die Rot-Grün-Schwäche kommt in zwei Varianten vor, man unterscheidet zwischen Grünschwäche (Deuteranomalie oder Deuteranopie) und Rotschwäche (Protanomalie oder Protanopie). Bei einer Grünschwäche werden Grüntöne nur vermindert wahrgenommen, da die dafür benötigten Sinneszellen – die Zapfen für die Farbe Grün – fehlerhaft funktionieren. Grüntöne erscheinen bei einer Grünschwäche matter und farbloser als für Normalsichtige, sind oft erst bei kräftiger Sättigung zu erkennen. Je nach Ausprägung fällt es Betroffenen unter anderem auch schwer, Rot von Grün zu unterscheiden, oft auch Blau von Lila oder Rosa von Grau – insbesondere bei wenig Licht. Entsprechend auch die Symptome bei einer Rotschwäche: Menschen mit einer Rotschwäche haben aufgrund fehlerhafter Rot-Zapfen Schwierigkeiten, die Farbe Rot richtig zu sehen und von Grün zu unterscheiden. Beide Formen der Rot-Grün-Sehschwäche sind nicht behandelbar.

Normales Sehen

normale Farbwahrnehmung

Rot - Grün Schwäche

Rot - Grün Schwäche

Unter totaler Farbenblindheit (Achromatopsie oder Achromasie) versteht man eine meist erblich bedingte Farbsinnstörung, bei der keinerlei Farben, sondern nur noch Graustufen wahrgenommen werden. Die sogenannte Achromatopsie kommt bei Frauen und Männer gleich häufig vor. Betroffene leiden zusätzlich unter mangelhafter Sehschärfe und extrem erhöhter Lichtempfindlichkeit (Photophobie). Von den drei verfügbaren Zapfen-Typen zur Farbwahrnehmung funktioniert bei vollständig farbenblinden Menschen keiner. Das Sehen bei Farbenblindheit ist daher ausschließlich mit den Stäbchen möglich – also den Sinneszellen, die für das Dämmerungssehen verantwortlich sind. Menschen mit Achromasie nehmen aus diesem Grund lediglich etwa 500 verschiedene Hell-Dunkel-Stufen wahr. Häufigste Ursache für totale Farbenblindheit ist Vererbung, sie kann aber auch als zerebrale Achromatopsie nach einem Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder anderen Verletzungen des Gehirns auftreten.

Ishihara - Test (pseudoisochromatische Tafeln)

Farbenblindheit und Farbsehschwäche erkennen

 

Zur Erkennung einer Rot-Grün-Sehschwäche oder einer Blau-Gelb-Sehschwäche (Tritanomalie) werden sogenannte Ishihara-Farbtafeln verwendet. Dabei handelt es sich um Scheiben mit bunten Kreisen, auf denen je nach Farbsehvermögen eine unterschiedliche Zahl erscheint. Normalsichtige Menschen sehen beispielsweise eine 74, Personen mit Rot-Grün-Schwäche erkennen in der gleichen Tafel eine 21. So lässt sich eine verlässliche Aussage über die Art der vorhandenen Farbsehschwäche treffen.

Machen Sie den Test:

Sind Sie Farbenblind?

 

Viele Menschen haben eine Farbsehstörung, ohne diese zu bemerken – vielleicht gehören auch Sie dazu? Machen Sie den Test: Was erkennen Sie auf den folgenden Farbtafeln? Menschen mit Farbsehstörung nehmen eine andere Zahl wahr oder erkennen nichts als Menschen ohne. Das „korrekte“ Ergebnis – also das, was man ohne Farbsehstörung sieht – wird angezeigt, wenn Sie mit dem Pfeil nach rechts weiterklicken. Entspricht diese Zahl nicht dem, was Sie erkennen, so liegt unter Umständen eine Farbsehstörung vor und es wäre gut einen eingehenden Test bei uns im Geschäft durchzuführen.

Wir verwenden Cookies um die Seite schneller und besser zu machen.